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Ganggangsullae / Kwaejina ching ching nane

강강술Ganggangsullae
천하영웅 이순신/ 강강술래
덕수이씨 충무공은/ 강강술래
삼월이라 초파일에/ 강강술래
한성에서 태어났네/ 강강술래
임진왜란 일어나자 / 강강술래
 

한산섬에 달밝고/ 강강술래
우수영에 소리높네/ 강강술래
길이길이 받들어서/ 강강술래
충무공 이순신/ 강강술래
겨레위해 싸우신/ 강강술래
신기로운 거북선/ 강강술래

Der größte Held Yi Sun Shin/ Ganggangsullae
Admiral Lee aus der Dŏksu Familienlinie/
Ganggangsullae
Am 8. März des Mondkaldenders/ Ganggangsullae
In Hansŏng geboren/ Ganggangsullae
Imjinwaeran begann/ Ganggangsullae
 
Der Mond scheint so hell auf der Hansan Insel/
Ganggangsullae
Es ist laut in Usuyŏng/ Ganggangsullae
Lange, lange zu verehren/ Ganggangsullae
Ch‘ungmugong Yi Sun-shin/ Ganggangsullae
Für das Volk zu kämpfen/ Ganggangsullae
Die unglaubliche Leistung der Schildkrötenschiffe/
Ganggangsullae
 

  

쾌지나칭칭나네  Kwaejina ching-ching nane
쾌지나 칭칭나네
쾌지나 칭칭 나네
청천 하늘엔 잔별도 많다
쾌지나 칭칭나네
이내 가슴엔 희망도 많다
쾌지나 칭칭나네
서산에 지는 해를
쾌지나 칭칭나네
그 뉘라서 잡아 매며
쾌지나 칭칭나네
가는 세월을 막을 손가
쾌지나 칭칭나네

 
Kwaejina ching-ching nane/
Kwaejina ching-ching nane
Am klaren Himmel stehen viele kleine Sterne/
Kwaejina ching-ching nane
In meinem Herzen gibt es große Hoffung/
Kwaejina ching-ching nane
Die Sonne versinkt hinter den westlichen Bergen/
Kwaejina ching-ching nane
Wer kann sie festhalten/
Kwaejina ching-ching nane
Die Zeit vergeht unaufhaltsam/
Kwaejina ching-ching nane

 

 

Ursprung im Brauchtum 

Ganggangsullae hatte seinen Ursprung als rhythmischer Tanz, der bereits vor etwa 5000 Jahren entstanden war. Es handelte sich dabei um einen Fruchtbarkeitstanz, der bei urzeitlichen Zeremoniellen aufgeführt wurde, um eine reiche Ernte zu erwirken.
Ursprünglich in der südwestlichen Provinz Chŏnlanamto entstanden, verbreitete sich der Tanz entlang der Meeresseidenstraße, die Japan, Korea und China verband, nach Hwanghaeto am gelben Meer, der Yŏngil Bucht an der Ostsee, Hwasun, Tamnyang, Changsŏng, Chŏnju, Kŭmsan, Imshil, Ŭisŏng und ins Hinterland und beeinflusste so viele andere traditionelle darstellende Künste in Korea.
 
Ganggangsullae wurde vor allem zu saisonalen Anlässen aufgeführt, darunter Sŏl (Neujahr), Taeborŭm (der erste Vollmond-Tag des Jahres), Tano (der fünfte Tag des fünften Mondmonats), Paekchung (der fünfzehnte Tag des siebenten Mondmonats), Ch'usŏk (der fünfzehnte Tag des achten Mondmonats) und Chunggu (der neunte Tag des neunten Mondmonats), besonders aber an Taeborŭm, Paekchung und Ch'usŏk.

Traditionell wurde Ganggangsullae nur von Frauen durchgeführt, die im Mondlicht in einem Kreis zum Rhythmus tanzten und sangen und dabei nach und nach das Tempo erhöhten. Sie sangen dabei über Schwierigkeiten, Beziehungen und Wünsche. Der Tanz konnte bis zum Morgen dauern. (vgl. Yi, I-Hwa, 1937, Korea´s pastimes and customs: a social history, Homa & Sekey Books, S.79)
 
1966 wurde Ganggansullae offiziell als Kulturerbe Koreas eingestuft.


 
Imjinwaeran und Yi Sun-Shin
 
Die überlieferte Version von Ganggangsullae, die am Anfang dieses Kapitels steht, basiert auf den Taten des Admirals und Kriegshelden Yi Sun-Shin.

Der Imjin-Krieg (1592-1598) begann während der Regierungszeit des 14. Königs Sŏnjo. Es handelte sich dabei um eine Invasion Koreas und Chinas der Japaner unter der Führung von Toyotomi Hideyoshi. Die Invasion fand in zwei Wellen statt, Imjinwaeran (1592-1598) und Chŏngyuwaeran (1597-1598), die beide unter dem Namen Imjinwaeran zusammengefasst werden und in allen beteiligten Staaten schwerwiegende Auswirkungen hinterließen. Im Kontext von Japan und Korea stellte dieser Konflikt den ersten Schritt der imperialistischen Gesinnung dar, die Japan für Jahrhunderte gegenüber Korea weiterentwickeln sollten, und der auch als Rechtfertigung des japanischen Imperialismus im 20. Jahrhundert benutzt wurde.
 
Yi Sun-Shin, geboren am 8. März 1545 in Hansŏng, wurde im Februar 1591 zum Admiral der Linken Marine-Stützpunkte der Provinz Chŏnrato in Yŏsu ernannt. Unter seiner Führung wurden bis 1592 die gepanzerten Kŏbuksŏn („Schildkrötenschiffe“) fertig entwickelt, die für einige Seeschlachten des kommenden Krieges entscheidend sein sollten.

Unter Anderem wurden die Seeschlachten bei Okpo, Tangpo und bei Hansan und vor Pusan-po unter der Führung von Admiral Yi gewonnen. In der bekannten Schlacht von Hansan geleng es Yi, mit der Hak-Ik-Gin („Kranichflügel-Formation“) 59 von 73 japanischen Schiffen zu versenken oder zu kapern.
Ebenso bekannt ist die Seeschlacht von Myongnyang, in der er mit nur 13 Schiffen 133 japanische Kriegsschiffe erfolgreich bekämpfte.
Für seine Verdienste verlieh ihm König Injo (1623-1649) den ehrenvollen Titel Ch‘ungmugong oder „Treuer Gefolgsmann“.
 
Eine weitere Begebenheit verbindet Admiral Yi mit Ganggangsullae: Während der japanischen Invasion war der Tanz Teil einer Kriegslist des Admirals. Er ließ Frauen in militärische Uniformen kleiden und den Tanz, der Überlieferung nach, am Berg Okmae aufführen, so dass die japanischen Truppen sie sehen konnten und über die wahre Zahl der koreanischen Verteidiger getäuscht wurden. (vgl. Yi, I-Hwa, 1937, S.82)
 
Auch Kwaejina ching-ching nane ist ein urzeitlicher Rhythmus, der als Warnung im Imjinwaeran zum Einsatz kam. Im Gegensatz zu Ganggangsullae wird er aber von Männern gesungen.

 
 
Quellen:
 
Holm Jung-Ja und Diamant Sutra Rezitationsgruppe: Admiral Yi Soon-Shin: Ein kurzer Überblick über sein Leben und Wirken,Yonghwa Verlag, 2007
 
Yi, I-Hwa: Korea´s pastimes and customs: a social history, Homa & Sekey Books, 1937

Lee Min-Woong: Imjinwaeran Haejeonsa (The Naval Battles of the Imjin War), Chongoram Media, 2004
 
Ha Taehung, Sohn Powkey: Nahjung Ilgi: War Diary of Admiral Yi Sun-sin, Yonsei University Press,1980
 
William Weir: 50 Military leaders who changed the world, Pentagon Press, 2007
 
Seo Hae-suk: A Study on the principle of Kang-Gang-soolae, Chonnam University,1996

Kim Pong-U: Folk music - Korean(South)-Kyŏngsang-namdo-History and criticism, Chimmundang,1994
 
Chang Sa-Hun, Sung Kyung-Rin: Folks Song of the Joseon Dynasty, Verlag Kukcheŭmangmunhwa, 1949
 

Musiker "Ganggangsullae & Kwaejina ching-ching nane"

Gesang: Seol Hee Yun, Ji Sun Kim
Percussion: Alexander Wollmann

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