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Oh Freiheit / Der Wind weht

오자유  Oh Freiheit
오자유, 오자유,
나는 자유하리라, 자유하리라.
나는 비록 얽매였으나,
나는 이제 돌아가리,
자유 주시는 내 주님께.
Oh Freiheit, Oh Freiheit,
Es lebe die Freiheit, es lebe Freiheit,
So dunkel liegt die Welt vor mir,
Darum komme ich zu Dir,
Doch all mein Sehnen, Herr ruht in Dir.

    

바람이분다  Der Wind weht
바람이 분다 바람이 불어
태평양에서 불어온다.
미국놈 문화원에 불이 붙었다.
잘탄다 잘탄다 신난다 신난다
미국놈은 원자탄만 만든다
불은 붙어도 물이 있어도 안끈다
라라라라라라-
민중들은 석유 뿌린다
잘탄다 잘탄다 신난다 신난다
미국놈은 악착같이 달려든다

Der Wind weht,
Der Wind weht,
Der Wind weht vom Pazifischen Ozean.
Das Feuer geht an beim Kulturhaus
der amerikanischen Halunken.
Brennt gut, brennt gut,
freut mich, freut mich!
Amerikanische Halunken bauen nur Atombomben.
Das Feuer brennt, kein Wasser kann es löschen.
Lalalalala – Minjung gießen das Öl
Brennt gut, brennt gut, freut mich, freut mich!
Amerikanische Halunken fallen über uns her.

Der Brand des amerikanischen Kulturhauses in Busan
 
Aufgrund der Unterstützung der amerikanischen Regierung für die Niederschlagung des Kwangju-Aufstands durch das Chun Doo-Hwan Regime war die Stimmung im Land gegenüber den USA anhaltend gereizt.
 
Im Zuge dieser antiamerikanischen Ressentiments kam es im März 1981 zu einem Brandanschlag auf das amerikanische Kulturhaus in Busan durch eine Studentengruppe. Bei dem Anschlag kam ein koreanischer Student, der das Kulturhaus besucht hatte, ums Leben, mehrere weitere Personen wurden verletzt.

Von dem südkoreanischen Militärregime unter Chun Doo-Hwan wurde der Anschlag als „scheußliches Verbrechen zu einem Zeitpunkt, an dem die Verhältnisse zwischen Korea und den USA besser als je zuvor waren“ verurteilt.
 
Andere Stimmen im Land warnten davor, dass die USA keine Beziehungen „von Mensch zu Mensch“ pflegten und die Meinung der Bevölkerung weitgehend ignorierten. Gewalttätige Zwischenfälle wie der Anschlag auf das amerikanische Kulturhaus sollten nicht als das Werk einer „Handvoll von Kommunisten“ abgetan werden, während die Täter in Wahrheit zwar radikal, aber antikommunistisch gesinnt waren.
 
Kirchenvertreter kritisierten, dass der kommandierende Offizier der amerikanischen Truppen, General Wickham eine rassistische Meinung über die Koreaner hätte und sie in einem Interview als „nicht bereit für die Demokratie“ bezeichnet hatte.
Auch der amerikanische Botschafter Walker stand in der Kritik. Die Frau des wegen Aufwiegelung inhaftierten koreanische Pfarrers Moon Ik-Kwan, Park Yong Kil, forderte ihn auf umgehend in die USA zurückzukehren, nachdem er studentische Demonstranten gegen Chun Doo-Hwan als „verwöhnte Fratzen“ bezeichnet hatte. (vgl. The New York Times, 28.3.1982)
 
Die Urteile, die schließlich gegen die Brandstifter gefällt wurden, waren hart. Die zwei Hauptangeklagten Mun Bu-Sik und Kim Hyun-Chang wurden im August 1982 zum Tode verurteilt, die beiden Studentinnen Kim Un-Suk und Lee Mi-Ok wurden zu lebenslanger Haft verurteilt und 10 weitere Beteiligte erhielten Haftstrafen von zwei bis zehn Jahren.
Erschwerend wirkte offenbar der Umstand, dass die TäterInnen unter dem südkoreanischen „National Security Act“ angeklagt wurden, der Sozialismus unter Strafe stellt. (vgl. The New York Times, 11.8.1982)
 
Der Hauptangeklagte Mun Bu-Sik sagte vor Gericht über seine Motive Folgendes aus: „Die USA suchen Korea nur für ihren eigenen Vorteil auszunützen … Bis jetzt haben die USA, solange der Antikommunismus als Legitimation beschworen werden konnte, noch jede Regierung, gleich welcher Art, unterstützt. Ich habe mich zu dem Brandanschlag entschlossen und ihn durchgeführt, um gegen diese Haltung der USA zu protestieren […] um insbesondere die Verantwortung der USA für das Massaker an den Bürgern von Kwangju anzuklagen. Dem amerikanischen Volk, das die Demokratie liebt, wollte ich dadurch die Sehnsucht unseres Volkes nach Verwirklichung demokratischer Verhältnisse vor Augen führen. Und ich wollte dadurch an das Selbstbewusstsein unseres Volkes appellieren, für neue und gerechte Bedingungen zwischen uns und den USA und für den Sturz der Militärdiktatur einzutreten.“
 
Die Strafe der beiden Hauptangeklagten wurde später in lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt. Das Lied „Oh Freiheit“ nimmt die letzte Erklärung von Kim Hyun-Chang vor Gericht als Textgrundlage.


 
Quellen:
 
Chung Yoon-Suhn, Lie Young und Rüdiger Gerhard: Blauer Vogel, ESG Frankfurt, 1985
 
Chi In-Gyw: Minjunggemeinden in Korea: Entstehung,theologische Begründungen und Praxis, Inaug.-Diss., Universität Marburg, 2000
 
Seong Geun Je: On "Politicization of Style" Phenomenon inside East Asia`s Art Movement: With Cases of Late 20th Century Korean Protest Song Movement, in: Memory & future vision, Vol.23, Korea Democracy Foundation, 2010, S. 106-141.
 
Kim Chang Nam: ‚Minjung-Gayo’ in the Context of Korean Popular Music History, in: Journal of the Institute of Korean Cultural Studies, Vol.35, Yeungnam University, 2007, S. 55-81
 
Kim Chang Nam: Making and Change of Korean Popular Music Genres, in: The Journal of Sungkonghoe University, No.12, Sungkonghoe University, 1998, S. 146-177.
 
United Press International: 2 Sentenced to Death In Korean Arson Case, The New York Times, 11.August.1982
 
Stokes Henry Scott: ANTI-U.S. SENTIMENT IS SEEN IN KOREA, The New York Times, 28.März.1982


Musiker "Oh Freiheit & Der Wind weht"
Gesang: Seol Hee Yun
Klavier: Carmen Manera Guzman


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